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Besinnliches

Einfälle? – Da fällt mir was ein!

„Was fällt Dir eigentlich ein?“ – Wenn dieser Satz ertönt, kommt es sehr darauf an, in welcher „Tonlage“ er gesprochen wird und ob es bei einem Fragezeichen am Satzende bleibt oder ob da noch ein „Ausrufezeichen“ hinzukommen müsste.

Neutral betrachtet handelt es sich zunächst um eine Frage in dem Sinne, ob jemand eine Idee zu diesem oder jenem Thema oder in einer bestimmten Situation hätte.

Bei „lebhafter Betonung“, so möchte ich es einmal nennen, wird man bald herausfinden, dass sich da wohl jemand eine Unverschämtheit erlaubt hat und nun dafür zur Rechenschaft gezogen wird.

Es ist freilich ein sehr großer Unterschied, ob jemandem in einem der beiden genannten Sinne etwas einfällt oder ob jemandes Wohnhaus oder auch nur sein Schuppen einfällt. Da geht wirklich etwas kaputt. Es fällt in sich zusammen.

Wieder anders verhält es sich, wenn man davon spricht, dass die Krieger in ein Land eingefallen seien. Da geht es um Land- und Machtgewinn. Da nimmt sich jemand etwas, was ihm wohl eher nicht gehört.

Manchmal spricht man auch davon, dass ein paar Leute singen und die anderen mit einfallen. Wenn sie auch nur ein bisschen musikalisch sind, wird das nicht schlimm sein!

Wenn es ums „einfallen“ geht, stoßen wir auf ein Wort mit vielerlei Bedeutungen, und man darf ruhig einmal ein wenig damit spielen. Dann kommt man auch auf „Einfallslosigkeit“ und wird beklagen, dass sie in mancherlei Hinsicht sehr verbreitet ist. Als durchaus sinnvolle Gegenströmung könnte man da so genannte „Ideenwerkstätten“ bezeichnen. Wer sich etwas einfallen lässt, und zwar nicht in dem Sinne, dass da etwas kaputt geht, der wird in zunehmendem Maße zum guten Ziel gelangen.

Die Erfinder aller Zeiten haben sich so manches einfallen lassen, und wir können bis in unsere Zeit davon zehren. Aber auch im ganz normalen Leben sind gute Einfälle gefragt. Ja, man darf wohl behaupten, dass wohl manchem etwas eingefallen ist, um etwa den Mann oder die Frau fürs Leben für sich zu gewinnen. Auch in der Not, „Not macht erfinderisch“ oder auch „einfallsreich“, wird schon manchem Mitmenschen oder auch uns selbst etwas Gutes eingefallen sein. Da kann man wohl so manchen „Einfallsreichtum“ entdecken!

Aus christlicher Sicht gibt es einen, dessen „Einfallsreichtum“ schier unerschöpflich zu sein scheint. Wir nennen ihn „Gott“ oder auch, und da wird es schon konkreter, den „Schöpfergott“. Geradezu unendlich groß erscheint uns die Vielfalt der Geschöpfe. Da kann man nur staunen! Und wenn man will, kann man sagen, dass er das eigentlich selbst überhaupt nicht braucht. Er hat es für uns Menschen geschaffen. Uns zur Freude und zum Staunen – aber auch, um uns anzuregen, uns etwas einfallen zu lassen. Hätte man wohl je Flugzeuge gebaut, wenn man nicht die Vögel beobachtet hätte? Man kann sich so vieles an der „Natur“, die ich besser „Schöpfung“ nenne, denn da hat sich einer etwas einfallen lassen und lässt sich noch so vieles mehr einfallen, abgucken.

Man sollte aber bei der Betrachtung dieser Dinge nicht nur beim „Praktischen“ und „Materiellen“ stehen bleiben, sondern darf weiterdenken und all das, was Gott sich da einfallen lassen hat und noch immer einfallen lässt, als ein Geschenk seiner Liebe betrachten, sozusagen als „Streicheleinheiten“ für uns. Diese fordern uns zu einer Reaktion heraus, und die sollte sich auch in verschiedenen Formen der Liebe zeigen. Es ist dabei sicherlich nicht verboten, in die „Trickkiste Gottes“, und das ist die Schönheit, Vielfalt und Zweckmäßigkeit der Schöpfung in allen ihren Dimensionen, zu greifen und seinen „Einfällen“ zu folgen. Lassen wir ihn bei uns „einfallen“, geben wir ihm und seinen „Einfällen“ der verschiedensten Art Raum in uns! Dann sollte wohl auch uns immer wieder etwas einfallen, wie wir mit unseren „Einfällen“ die Welt zum Positiven hin verändern können und man uns nicht erbost, sondern gerne fragt: „Was fällt Dir eigentlich ein?“

                                             J.J.