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Besinnliches

Das Leben üben und feiern!

jede Religion geht, so möchte ich es einmal formulieren, immer irgendwie darauf zurück, dass der Mensch die Erfahrung einer „größeren Wirklichkeit“ macht. Diese Erfahrung öffnet gewissermaßen den Weg zu Göttern oder auch zu dem Einen Gott und äußert sich in kultischen Handlungen, die jede auf ihre Art sicher etwas Faszinierendes an sich haben. Gleichzeitig wird dadurch das konkrete Leben hier auf der Erde geprägt, indem man, einer höheren Wirklichkeit gegenüber verpflichtet, moralische und sittliche Regeln aufstellt und ihnen folgt. Richtig betrachtet und praktiziert, sollte das dann eigentlich dem Wohl der Menschheit dienen. So gesehen, mögen auch religiöse Lehren von einer Wiedergeburt nicht die schlechtesten sein: Zeigen sie doch eine Perspektive auf und können dazu führen, allem, was da lebt, mit entsprechender Ehrfurcht und Liebe zu begegnen! Andererseits ist dieser Versuch der „Selbsterlösung“ doch ein recht mühevolles Geschäft, und womit es endet, das ist recht schwer begreifbar…

Das ist die Stelle, an der ich froh auf das christliche Glaubensbekenntnis verweise und ins Wort bringe, dass uns durch den christlichen Glauben diese Mühe der „Selbsterlösung“ erspart bleibt, weil Jesus Christus durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung ein für alle Mal den Weg in das Gottesreich, ein Reich des Lichtes, des Friedens, des Lebens und der Liebe gebahnt hat. Der Glaube an die Auferstehung Jesu und das ewige Leben für alle, die zu ihm gehören, ihm folgen und auf seine Stimme hören, ist das Schönste und Größte, was man formulieren kann, besonders dann, wenn man bedenkt, dass Jesus einmal in einer geheimnisvollen Andeutung davon gesprochen hatte, dass er, als der Gute Hirte, auch noch andere Schafe zu führen hat, die nicht zu diesem Hof gehören. (Joh10,16) Das birgt eine Hoffnung in sich auch für die Menschen, die sich (noch) nicht explizit als getaufte Christen erweisen!

Alljährlich zu Ostern wird der Grund dieses schönen christlichen Glaubens gefeiert: Es ist die Tatsache, dass Jesus von den Toten erstanden ist. Das bezeugen uns seine Apostel, die ihn als den Lebenden erfahren und „nach seiner Auferstehung mit ihm gegessen und getrunken haben“, wie es in der Heiligen Schrift heißt. Für den Wahrheitsgehalt dieser Botschaft spricht die Tatsache, dass sie allesamt dafür ihr Leben hingegeben haben. Da mag man heutzutage vielleicht bei dem mittlerweile verschrobenen Begriff des „Märtyrers“ seine Probleme haben. Aber da stellt sich doch die Frage, ob man alles „Althergebrachte“ und durchaus „Sinnerfüllte“ beiseitelassen muss, nur weil Begriffe sich gewandelt haben oder mittlerweile falsch verstanden und eingesetzt werden. Nehmen wir also ruhig glaubend an, dass das, was uns die Apostel in Sachen der Auferstehung Jesu überliefert und mit ihrem Blut bezeugt haben, seine Richtigkeit hat. – Es kann uns ja letzten Endes nur von Nutzen sein, weil in einem der neutestamentlichen Briefe in der Bibel zu lesen ist: „Wenn Jesus – was wir glauben – gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott auch um Jesu willen die Verstorbenen mit ihm vereinen.“ (1 Thess 4,14) Dadurch wird für meine Begriffe der Satz aus dem Apostolischen Glaubensbekenntnis, der da heißt „Ich glaube an die Auferstehung der Toten und das Ewige Leben“ zum schönsten Satz dieses Glaubensbekenntnisses. Und es ist der Satz, von dem ich meine, dass er es lohnenswert macht, Christ zu werden und als solcher auch zu leben.

Es gibt gewiss in vielen Religionen großartige und faszinierende Riten. Aber muss man unbedingt „in fremden Gewässern fischen“, wenn man durchaus auch in der christlichen Religion einen unheimlichen Reichtum an kultischen Handlungen und anderen religiösen Ausdrucksformen finden kann? Es ist nur wichtig, dass wir sie praktizieren, um sie dann auch immer besser zu verstehen und unser Leben dadurch positiv prägen zu lassen. Gerade das bevorstehende Osterfest mit der vorgelagerten „Österlichen Bußzeit“ oder auch „Fastenzeit“ können helfen, durch liturgische Feiern das Frohmachende am christlichen Glauben zu erkennen. Seien Sie also herzlich eingeladen, in Vorbereitung auf dieses große Fest einmal ein bisschen Verzicht zu üben. – Das sollte auch für das ganz profane Leben eine gute Übung sein! Seien Sie des Weiteren eingeladen, die Gottesdienste zu besuchen und speziell zu Ostern sich daran erinnern zu lassen, dass Jesus den Tod besiegt und damit der gesamten Menschheit eine gute Perspektive eröffnet hat.

                              J.J.