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Besinnliches

Denk-mal!

Wer die Staatsgrenze in Richtung Tschechische Republik überquert und sich durch die Böhmischen Lande bewegt, egal, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder in einem Auto, wird bemerken, dass sich das Landschaftsbild gegenüber dem, was wir hier bei uns kennen, entscheidend verändert. Dabei handelt es sich nicht etwa in erster Linie um die Berge und Täler oder freie Flächen, sondern um die Tatsache, dass dort am Weg- oder Straßenrand allerhand Kreuze stehen. Wer dort öfters auf der gleichen Strecke fährt, wird überdies bemerken, dass es immer mehr solcher Kreuze sind, die da, durchaus schön restauriert, zu entdecken sind. Man kann sagen, dass es sich dabei um Denkmäler handelt. Und diese stehen – zum Glück! – nicht dort, weil Verkehrsunfälle passiert sind, sondern sie sind ein „Denk mal!“ in zweierlei Hinsicht: Einerseits wurden sie dereinst von den Bauern und Landbesitzern errichtet, um Gott an die Menschen zu erinnern, die von Witterungsbedingungen und mancherlei anderen Einflüssen abhängig sind: „Denk mal an uns, Gott!“, sprechen sie sozusagen ständig wortlos aus, und „Bewahre uns vor Unheil und schenke uns Deinen reichen Segen, an dem doch alles gelegen ist!“ Andererseits sollen die Vorübergehenden daran erinnert werden, welch große Liebe Gott zu den Menschen hat. Eine so große Liebe, dass er seinen einzigen Sohn am Kreuz dahingab, damit wir als neue Menschen leben können. Mehr noch: Wir können uns bei der Betrachtung der wunderbaren und schönen Schöpfung daran erinnern lassen, dass durch Ihn, gemeint ist Jesus Christus, alles erschaffen wurde – so steht es in der Bibel – und alles Bestand hat. Dem gläubige Christen wird gewissermaßen zugerufen: „Denk mal dran – und handle entsprechend, indem Du zum Beispiel verantwortungsbewusst mit der Schöpfung umgehst.“ Eigentlich muss ihm dann wenigstens ein frohes „Gelobt sei Jesus Christus!“ oder ein anderes kurzes Gebet über die Lippen kommen. Mir jedenfalls geht es so, und selbst dort, wo ich weiß, dass ein solches „Denkmal“ steht und ich es aus der anderen Richtung kommend nicht direkt sehe, sende ich diesen kurzen Gruß an Gott – und meine, dass damit die Landschaft gewissermaßen „geheiligt“ wird. Ich bin überzeugt davon, dass es einen guten Sinn haben wird und möchte alle, die beten können oder wollen – das ist schnell gelernt! – einladen, ähnlich zu handeln. Auch wenn das Kreuz nicht zu sehen ist, ist es doch da. Und so verhält es sich auch mit Gott: Auch dann, wenn er nicht direkt sichtbar ist, so hat er sich doch in seiner wunderbaren Schöpfung ein „Denk mal!“ gesetzt, das uns alle anspricht. Nun glauben freilich nicht alle Menschen an Jesus Christus oder an einen Gott. Auch sie können sich von Zeit zu Zeit zu einem Innehalten und einem „Denk mal!“ anregen lassen, dann nämlich, wenn sie für bestimmte Dinge in der Welt ein Augenmerk bekommen und dadurch zu einem bestimmten Handeln angeregt werden. Manchmal mag das etwas sein, was direkt ins Auge sticht, immer wiederkehrt und das Gewissen zu einer bestimmten Lebensweise drängt. Gut wäre es dann sicher, wenn das Gewissen nicht jedes Mal direkt darauf gestoßen werden muss, sondern wenn die Handlungsweise ähnlich der des genannten Beters in Fleisch und Blut übergegangen ist. Ich lade herzlich ein, solche „Gedankenstützen“, ähnlich, wie es die Kreuze am Wegesrand sind, zu finden und für das eigene Leben „fest zu machen“. Das dürfen natürlich auch für jedermann die Wegkreuze sein. Seien Sie gespannt auf alles, was da in Ihrem Leben „aufkreuzt“ und gehen sie an jedem in den Blick kommenden „Denk mal!“ nicht achtlos vorbei. Ich wünsche viel Freude auf dem vielleicht nun ganz neu erscheinenden Weg durchs Leben!

 Johannes Johne